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Ratgeber · Dienstplan

Dienstplan in der Gastronomie: Vorlage, Ruhezeit, Arbeitszeit

Ein Dienstplan in der Gastronomie muss drei Dinge gleichzeitig können: den Freitagabend besetzen, die Woche für jede Person im Gesetz halten und am Monatsende sagen, wer wie lange gearbeitet hat. Dieser Ratgeber geht die Regeln des Arbeitszeitgesetzes der Reihe nach durch und zeigt, was in eine brauchbare Vorlage gehört.

Veröffentlicht am · Ein praktischer Ratgeber, keine Rechtsberatung. Tarifverträge können Abweichendes regeln.

Was das Arbeitszeitgesetz verlangt

Die Grundregel steht in § 3 des Arbeitszeitgesetzes: Die werktägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie darf auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Für die Gastronomie heißt das: Der lange Samstag mit zehn Stunden ist möglich, aber er muss in den Wochen danach durch kürzere Tage ausgeglichen werden.

Die Pausen regelt § 4. Wer mehr als sechs und bis zu neun Stunden arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Ruhepause, wer mehr als neun Stunden arbeitet, auf 45 Minuten. Die Pausen müssen im Voraus feststehen, sie dürfen in Abschnitte von mindestens 15 Minuten geteilt werden, und länger als sechs Stunden hintereinander darf niemand ohne Pause arbeiten. Eine Pause, die erst um 22 Uhr fällt, weil der Service vorher keine Lücke hatte, steht schon beim Schreiben des Plans im falschen Feld.

Elf Stunden Ruhezeit, in der Gastronomie zehn

Nach dem Ende der täglichen Arbeitszeit steht jeder Person eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden zu, so § 5 Absatz 1. Für Gaststätten und andere Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung erlaubt Absatz 2 eine Verkürzung um bis zu eine Stunde, also auf zehn Stunden. Der Preis dafür: Jede Verkürzung muss innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen durch die Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens zwölf Stunden ausgeglichen werden.

Die klassische Falle ist der Wechsel von Spät auf Früh. Wer am Freitag um Mitternacht die Schank abschließt und am Samstag um 9 Uhr zum Frühstücksservice kommt, hatte neun Stunden Ruhe — zu wenig, auch mit der Ausnahme für die Gastronomie. Wer um 23 Uhr geht und um 9 Uhr kommt, liegt bei zehn Stunden und braucht in den folgenden Wochen einen Ausgleich von mindestens zwölf Stunden. Ein guter Wochenplan zeigt diese Übergänge auf einen Blick, statt dass sie erst am Sonntag auffallen.

Schichten über Mitternacht und lange Abende

In vielen Betrieben endet der Abend nach Mitternacht. Für die Ruhezeit zählt das Ende der Arbeit, nicht das Datum: Wer bis 1:30 Uhr arbeitet, kann frühestens um 11:30 Uhr wieder anfangen, mit der Ausnahme für die Gastronomie um 10:30 Uhr. Für die Höchstarbeitszeit zählt die ganze Schicht, auch der Teil nach Mitternacht.

Praktisch hilft eine einfache Regel: Eine Schicht, die über Mitternacht geht, ist im Plan eine einzige Schicht mit einem Anfang und einem Ende, nicht zwei halbe an zwei Tagen. Nur so sieht man die Länge, die Pause und den Abstand zur nächsten Schicht richtig.

Was in eine Vorlage gehört

  • Eine Zeile je Person, eine Spalte je Tag, und in jeder Zelle Beginn, Ende und Station: Küche, Service, Schank, Empfang.
  • Die Pause als eigene Angabe, im Voraus festgelegt, wie § 4 ArbZG es verlangt.
  • Je Person die Summe der Woche, damit lange Tage und ihr Ausgleich sichtbar werden.
  • Der Abstand zwischen zwei Schichten, mindestens dort, wo eine späte auf eine frühe folgt.
  • Ein Feld für das, was wirklich gearbeitet wurde — das Ist neben dem Soll.

Soll und Ist: der Plan und die gestempelte Zeit

Ein Dienstplan sagt, wer wann arbeiten soll. Was am Ende zählt, ist die Zeit, die wirklich gearbeitet wurde. § 16 Absatz 2 ArbZG verlangt, dass der Arbeitgeber die Arbeitszeit aufzeichnet, die über die acht Stunden am Werktag hinausgeht, und die Nachweise mindestens zwei Jahre aufbewahrt. Im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe geht § 17 des Mindestlohngesetzes weiter: Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit sind grundsätzlich aufzuzeichnen, spätestens bis zum Ablauf des siebten Tages danach, und mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

In Slotora schreiben Inhaber und Restaurantleitung den Wochenplan: Schichten je Login und Station, Schichten über Mitternacht als eine Schicht, und die Vorwoche lässt sich mit einem Schritt kopieren. Jede Person stempelt mit ihrem eigenen Login ein und aus, mit der Zeit des Servers. Korrigiert die Restaurantleitung eine Stempelzeit, steht der Name dessen dabei, der korrigiert hat. Am Ende der Woche stehen für jede Person Soll und Ist nebeneinander.

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Österreich: elf Stunden nach dem AZG

In Österreich steht die tägliche Ruhezeit im Arbeitszeitgesetz: Nach dem Ende der Tagesarbeitszeit gebühren mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhe. Der Kollektivvertrag kann sie verkürzen, wenn innerhalb der nächsten zehn Kalendertage eine andere Ruhezeit entsprechend verlängert wird; unter zehn Stunden nur, wenn der Kollektivvertrag weitere Maßnahmen zur Erholung vorsieht. Bei mehr als sechs Stunden Tagesarbeitszeit gibt es mindestens 30 Minuten Ruhepause, und die wöchentliche Ruhezeit beträgt mindestens 36 Stunden.

Für das Hotel- und Gastgewerbe gelten darüber hinaus eigene Regeln, etwa für geteilte Dienste in Küche und Service. Maßgeblich ist der Kollektivvertrag Ihres Betriebs; prüfen Sie dort die Zahlen, bevor Sie den Plan danach schreiben.

Die Stunden für das Lohnbüro

  1. Die Woche abschließen

    Offene Stempelkarten schließen, wer das Ausstempeln vergessen hat; jede Korrektur trägt einen Namen.

  2. Soll und Ist prüfen

    Die Stundenseite zeigt je Person und Woche, was der Plan vorsah und was gestempelt wurde.

  3. Die CSV schicken

    Die Stunden gehen als CSV an Lohnbüro oder Steuerberatung. Lohn, Stundensätze und Zuschläge rechnet dort jemand, der dafür zuständig ist: Slotora führt Stunden, keine Lohnabrechnung.

Dienstplan in der Gastronomie: kurze Antworten

Wie viele Stunden Ruhezeit braucht eine Servicekraft zwischen zwei Schichten?

Mindestens elf Stunden nach § 5 ArbZG. In Gaststätten darf die Ruhezeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn das innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen durch eine Ruhezeit von mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird.

Darf ein Koch zehn Stunden am Tag arbeiten?

Ja, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG). Ab neun Stunden stehen ihm 45 Minuten Pause zu.

Wie lange müssen Arbeitszeitaufzeichnungen aufbewahrt werden?

Nach § 16 ArbZG und § 17 MiLoG mindestens zwei Jahre.

Rechnet Slotora den Lohn aus?

Nein. Slotora führt Plan und Stunden, Soll und Ist, und gibt sie als CSV weiter. Die Lohnabrechnung macht Ihr Lohnbüro.

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