Bezahlen im Studio: was online läuft und was in deine Kasse gehört
Kurz und ehrlich: Slotora ist keine Kasse. In Deutschland und Österreich läuft über Slotora nur Geld, das online bei der Buchung bezahlt wird, und dafür braucht es keine Kasse. Alles, was am Tresen bar über den Tisch geht, gehört in deine eigene Kasse. Hier steht genau, wo die Grenze verläuft.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Rechtsvorschriften können sich ändern und die konkrete rechtliche Beurteilung hängt vom Einzelfall ab. Bei Bedarf sollte ein fachkundiger Rechts- oder Steuerberater hinzugezogen werden.
Das läuft über Slotora
- Anzahlung bei der Online-Buchung, direkt auf dein eigenes Stripe-Konto.
- Vorkasse: die Kundin zahlt die ganze Behandlung schon beim Buchen.
- Ausfallbetrag bei Nichterscheinen oder später Absage, von der hinterlegten Karte.
- Online gekaufte Gutscheine, die die Kundin selbst bei der Online-Buchung einlöst, nicht am Tresen.
- Rückerstattungen auf die Karte, mit der online bezahlt wurde.
Das macht Slotora nicht
- Keine Barzahlung erfassen, auch kein Trinkgeld in bar und keine Rückgabe in bar.
- Keinen Gutschein und keine Mehrfachkarte am Tresen einlösen.
- Keinen Tagesabschluss und keine Kassenzählung.
- Kein Tap to Pay auf dem Handy, das ist in Deutschland und Österreich nicht freigeschaltet.
- Keinen Kassenbeleg mit TSE-Daten ausstellen.
Das nimmst du stattdessen
- Für Bargeld deine eigene Kasse mit TSE oder deine offene Ladenkasse mit Kassenbuch.
- Für die Karte am Tresen dein eigenes Kartenterminal, etwa von SumUp oder deiner Bank.
- Für den Beleg das, was deine Kasse ausdruckt oder per Mail verschickt.
- Für die Buchhaltung den Export deiner Kasse und die Auszahlungsliste aus Stripe.
Warum die Grenze genau dort verläuft
In Deutschland muss jedes elektronische System, das Barzahlungen erfassen kann, durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung geschützt sein, die TSE. Dabei zählt, was das System kann, nicht, was du damit machst: Ein Knopf für „bar bezahlt“, den du nie drückst, macht ein Programm trotzdem zur Kasse. Und wer ein solches Programm ohne TSE bewirbt, verstößt selbst gegen das Gesetz.1
Eine Online-Anzahlung ist davon nicht betroffen, denn „vor Ort“ heißt nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums, dass die Kundin beim Bezahlen persönlich da ist. Wer bei der Buchung im Bus auf dem Handy zahlt, ist nicht vor Ort.2
Slotora hat keine TSE. Deshalb hat Slotora für Studios in Deutschland und Österreich keine Kassenfunktion, und das ist fest im Programm hinterlegt, nicht in einer Einstellung, die du versehentlich ändern könntest.
Die Karte am Tresen: in Deutschland vermerkt, in Österreich nicht
Zahlt eine Kundin in Deutschland am Tresen mit Karte über dein eigenes Kartenterminal, kannst du diese Zahlung bei ihrem Termin vermerken, damit dein Kalender weiß, dass die Behandlung bezahlt ist. Das Terminal, die Abrechnung und der Beleg gehören zu deinem Kartenanbieter, nicht zu Slotora. Diese Möglichkeit steht unter Vorbehalt: Sie bleibt nur, wenn eine Steuerberatung schriftlich bestätigt, dass ein reiner Kartenvermerk keine Kassenfunktion ist. Sonst nimmt Slotora auch diesen Vermerk heraus.
Eine Überweisung kannst du in beiden Ländern beim Termin vermerken, weil dabei kein Geld vor Ort den Besitzer wechselt.
Anzahlung und Ausfallbetrag, wie es in Deutschland und Österreich läuft
Die Anzahlung ist das, was Slotora an Geld am besten kann. Du legst fest, für welche Leistungen eine Anzahlung fällig ist, und die Kundin zahlt sie beim Buchen mit ihrer Karte. Das Geld geht direkt auf dein Stripe-Konto; Slotora behält davon nichts, die Gebühren verlangt Stripe selbst.
Sagt eine Kundin zu spät ab oder kommt sie nicht, wird die Anzahlung bei Studios in Deutschland und Österreich zunächst gehalten. Du entscheidest dann, ob du sie als Ausfallbetrag behältst oder zurückzahlst. Entscheidest du nicht, wird sie nach 14 Tagen automatisch erstattet, damit keine Kundin auf ihr Geld wartet, weil du im Urlaub warst.
Widerruft eine Kundin ihre Online-Buchung innerhalb von 14 Tagen und bevor die Behandlung beginnt, erstattet Slotora die Anzahlung bei einem bestätigten Termin automatisch.
In Österreich ist auch die Karte Barumsatz
Das österreichische Recht zählt eine Zahlung mit Bankomat- oder Kreditkarte vor Ort zu den Barumsätzen, für die ab bestimmten Umsatzgrenzen eine Registrierkasse mit Signatur nach der RKSV nötig ist. Eine solche Signatur hat Slotora nicht.3
In Österreich vermerkt Slotora auch keine Kartenzahlung am Tresen, weder vom Terminal noch vom Handy. Online-Anzahlungen und Vorauszahlungen bei der Buchung funktionieren genauso wie in Deutschland, denn eine Zahlung über das Internet ohne Anwesenheit im Studio ist kein Barumsatz.
Die Anmeldung für deutsche und österreichische Studios ist noch nicht geöffnet. Die Regeln auf dieser Seite gelten ab dem ersten Tag, für jedes Studio gleich.
Fragen zum Bezahlen im Studio
Kann ich mit Slotora Barzahlungen erfassen?
Nein, nicht in Deutschland und nicht in Österreich. Slotora hat keine TSE und keine Signatur nach der RKSV, deshalb erfasst Slotora dort kein Bargeld. Bargeld gehört in deine eigene Kasse.
Brauche ich für Online-Anzahlungen eine Kasse mit TSE?
Für die Online-Anzahlung selbst nicht, weil die Kundin beim Bezahlen nicht vor Ort ist. Ob dein Studio insgesamt eine Kasse braucht, hängt davon ab, wie du vor Ort kassierst; das klärst du mit deiner Steuerberatung.
Kann eine Kundin einen Gutschein bei mir im Studio einlösen?
Am Tresen über Slotora nicht. Sie kann ihn selbst bei der Online-Buchung einlösen. Löst du ihn am Tresen ein, läuft das über deine eigene Kasse.
Nimmt Slotora eine Provision auf Anzahlungen?
Nein. Das Geld geht direkt auf dein Stripe-Konto, Slotora behält nichts. Stripe berechnet seine eigenen Zahlungsgebühren.
Was passiert mit der Anzahlung, wenn eine Kundin nicht kommt?
Sie wird gehalten, bis du entscheidest, ob du sie behältst oder zurückzahlst. Entscheidest du nicht, wird sie nach 14 Tagen automatisch erstattet.
Rechtsgrundlagen und Auslegung
Gesetzestexte im Wortlaut; die Auslegung des Bundesfinanzministeriums aus seinen Antworten zum Kassengesetz. Das ist keine Steuerberatung, sondern die Erklärung, warum Slotora so gebaut ist.
- § 146a AO, gesetze-im-internet.de — https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__146a.html · abgerufen am
- BMF, FAQ Kassengesetz und Belegausgabepflicht, Stand 29. April 2026, Fragen 9 und 12 — https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/FAQ-steuergerechtigkeit-belegpflicht.html · abgerufen am Am 7. Oktober 2026 war die Seite nicht erreichbar; gelesen am Vortag für die Recherche zu dieser Seite.
- § 131b BAO (Österreich), Lesefassung bei JUSLINE — https://www.jusline.at/gesetz/bao/paragraf/131b · abgerufen am
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Mit Anzahlungen schützt du deinen Kalender vor leeren Stühlen, und dein Bargeld bleibt dort, wo das Finanzamt es erwartet.
