Gutscheine im Kosmetikstudio online verkaufen: was du festlegen musst, bevor Weihnachten kommt
Ein Gutschein ist Werbung, die jemand anderes für dich bezahlt. Gekauft wird er meist von einer Stammkundin, eingelöst von einer Person, die dein Studio noch nicht kennt – die Schwester, die Kollegin, die Mutter. Und er bringt Geld nach vorn: Was im Dezember verkauft wird, ist im Januar schon auf deinem Konto, in dem Monat, in dem viele Kalender leer sind. Damit das funktioniert, musst du ein paar Dinge vorher entscheiden. Am besten jetzt im Oktober und nicht in der Woche vor Heiligabend, wenn die ersten Anfragen per Nachricht kommen.
Wertgutschein oder Leistungsgutschein
Ein Wertgutschein lautet auf einen Betrag, etwa 50 €, und die Beschenkte sucht sich aus, wofür sie ihn verwendet. Ein Leistungsgutschein lautet auf eine bestimmte Behandlung, etwa eine Gesichtsbehandlung mit Massage. Der Wertgutschein ist flexibler und verkauft sich leichter, weil die Käuferin nicht wissen muss, was die Beschenkte mag. Der Leistungsgutschein ist persönlicher, hat aber einen Haken: Wenn du deine Preise erhöhst, gilt der Gutschein trotzdem für die Behandlung, die darauf steht.
Für den Anfang ist der Wertgutschein mit drei oder vier festen Beträgen die einfachste Lösung. Feste Beträge nehmen der Käuferin die Entscheidung ab, und ein freier Betrag für Ausnahmen bleibt trotzdem möglich.
Wie lange der Gutschein gilt
Steht auf einem Gutschein kein Ablaufdatum, gilt die regelmäßige Verjährung. Sie beträgt nach § 195 BGB drei Jahre und beginnt nach § 199 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und die Gläubigerin davon wusste. Ein Gutschein, der im Dezember 2026 gekauft wird, kann also bis Ende 2029 eingelöst werden. Eine kürzere Frist kannst du in deinen Bedingungen festlegen, aber eine zu kurze Frist kann unwirksam sein. Wenn du eine eigene Frist willst, lass sie von einer Anwältin prüfen, bevor du sie auf tausend Gutscheine druckst.
Ein praktischer Punkt dazu: Wird nur ein Teil eingelöst, bleibt der Rest als Guthaben bestehen. Plane das von Anfang an ein, statt am Tresen Restbeträge auszurechnen.
Die Steuer: Einzweck- oder Mehrzweck-Gutschein
Das Umsatzsteuergesetz unterscheidet zwei Arten von Gutscheinen. Ein Einzweck-Gutschein ist nach § 3 Abs. 14 UStG einer, bei dem schon beim Verkauf feststeht, wo die Leistung erbracht wird und wie viel Umsatzsteuer darauf geschuldet ist. Dann fällt die Steuer bereits beim Verkauf an. Jeder andere Gutschein ist nach § 3 Abs. 15 UStG ein Mehrzweck-Gutschein, und die Steuer entsteht erst bei der tatsächlichen Leistung. Ob dein Gutschein das eine oder das andere ist, hängt zum Beispiel davon ab, ob alle deine Leistungen demselben Steuersatz unterliegen. Das klärst du mit deiner Steuerberatung, einmal, bevor du verkaufst.
Online verkaufen, im Studio einlösen – und wo die Kasse ins Spiel kommt
Der Verkauf über deine Buchungsseite hat einen großen Vorteil: Die Käuferin zahlt mit Karte, bekommt den Gutschein sofort als Datei und kann ihn ausdrucken oder weiterleiten. Du musst nichts von Hand ausstellen und nichts nachverfolgen. Schwieriger ist das Einlösen.
Löst eine Kundin einen Gutschein bei dir am Tresen ein, nimmst du ihn an Zahlungs statt an. Nach den Antworten des Bundesfinanzministeriums zum Kassengesetz gehört das zu den Vorgängen, die ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion betreffen, und ein solches System braucht in Deutschland eine zertifizierte TSE. Das heißt nicht, dass du keine Gutscheine im Studio einlösen darfst. Es heißt, dass das Einlösen am Tresen in deine eigene Kasse gehört, so wie dein Bargeld, und nicht in ein Buchungssystem ohne TSE.
Wann und wo du Gutscheine anbietest
- Vor Weihnachten, ab Mitte November, mit einem Beitrag pro Woche und dem Link im Profil.
- Vor Muttertag und Valentinstag, jeweils zwei Wochen vorher.
- In der Bestätigungsmail und am Tresen, mit einem kurzen Satz: „Gutscheine gibt es auch online.“
- Auf einer gedruckten Karte mit QR-Code, die du an der Kasse auslegst, für Kundinnen, die für andere einkaufen.
Was du dabei lieber lässt: Rabatte auf Gutscheine, die du dir nicht leisten kannst. Ein Gutschein für 100 €, der 80 € kostet, ist im Januar eine Behandlung, für die du ein Fünftel weniger bekommst, und zwar in genau dem Monat, in dem du es am wenigsten brauchst.
Und Slotora?
Slotora gibt es in Deutschland und Österreich noch nicht. Für Studios dort ist der Gutschein so gebaut: Die Käuferin kauft ihn auf deiner Buchungsseite mit Karte, zu einem Betrag zwischen 10 € und 500 €. Voreingestellt sind Knöpfe für 25 €, 50 €, 75 € und 100 €, und du kannst eigene Beträge festlegen. Der Kaufpreis landet ohne Umweg auf deinem eigenen Stripe-Konto. Sie bekommt eine PDF mit Code und QR-Code, und die Beschenkte löst ihn bei der Online-Buchung selbst ein; ein Rest bleibt als Guthaben stehen. Am Tresen löst Slotora für Studios in Deutschland und Österreich keinen Gutschein ein, aus dem Grund, der oben steht. Wer im Studio einlösen will, macht das über die eigene Kasse.
Slotora setzt dem Gutschein kein eigenes Ablaufdatum. Gutscheine zu verkaufen kostet bei Slotora nichts, ein Abo gibt es nicht; Stripe berechnet seine eigenen Kartengebühren. Was online läuft und was in die Kasse gehört · Terminbuchung für Massage · Stammkundinnen halten
Quellen, abgerufen am 7. Oktober 2026: §§ 195 und 199 BGB, § 3 Abs. 13 bis 15 UStG und § 146a AO im Wortlaut (gesetze-im-internet.de); Bundesministerium der Finanzen, FAQ zum Kassengesetz und zur Belegausgabepflicht, Frage 9 zu Gutscheinen. Das ist keine Steuer- und keine Rechtsberatung.
